La Virgen de San Lorenzo – Eine Stadt steht Kopf

Die Jungfrau von San Lorenzo ist der Stadtpatronin Valladolids und das muss natürlich gefeiert werden. Ich kenne Patronatsfeste bis jetzt nur als Dorfangelegenheit: sonntags nach der Messe mit Erbsensuppe aus Einkochtöpfen und Waschfassladungen an hausgemachtem Kartoffelsalat.

Hier ist das Patronatsfest ein BISSCHEN größer. Neun Tage lang sind in der ganzen Stadt Casetas aufgebaut; kleine Stände und Rondelle mit allen möglichen Angeboten an Essen und Trinken. Jeden Abend gibt es auf der Plaza Mayor mehrere Konzerte – für alle umsonst – und außerhalb der Stadt ist eine Kirmes aufgebaut. Bei der Kirmes gibt es natürlich auch wieder Casetas, hier sind sie allerdings nach Regionen unterteilt, sodass man sich einmal durch ganz Spanien probieren kann (Dank Valencia habe ich endlich meine erste richtige spanische Paella gegessen, njom njom njom).

Neben gutem Essen und viel, viel Wein gibt es aber auch noch jede Menge Kulturprogramm: Folkloretänze, Kleinkunsthändler, alle Museen geben sich noch mal extra Mühe – von denen gibt es hier echt viele – und an jeder Ecke werden Theaterstücke aufgeführt oder Konzerte gegeben. Wegen der großen Nachmittagshitze sind die Leute immer erst recht spät unterwegs und bis um drei oder vier Uhr sind auch noch viele Cafés und Casetas auf, denn der gemeine Spanier isst bedeutend später, als ich das gewohnt bin.

2016-09-kopie

Aus allen Ecken Spaniens kommen Besucher hierher, sodass man Freitags- und Sonntagsabend den Massen mit Rollköfferchen ausweichen muss. Da Valladolid aber nicht gerade riesig oder besonders bekannt ist sollte man aber schon ein paar Fetzen Spanisch können, denn mit Englisch kommt man hier nicht sehr. Hört man doch mal jemand eine andere Sprache sprechen, so sind das in den meisten Fällen Austauschstudenten wie ich :D

Der Höhepunkt der Fiestas y Ferias de Valladolid ist natürlich dann der Feiertag La Virgen de San Lorenzo. Alle putzen sich raus, die meisten Frauen tragen Kleider und die Kinder sind auch hübsch zurecht gemacht und dann geht es ab zur Kathedrale. Nach der Messe wird hier die Figur der Jungfrau von San Lorenzo de Virgin in einer Prozession durch die Gassen getragen, die mich stark an Fronleichnam erinnert, nur mit dramatischerer Musik und Tänzern mit Kastagnetten.

Es gab auch einen Stierkampf, den anzusehen hätte ich aber nicht übers Herz gebracht.

Es ist auf jeden Fall ein super spannendes Fest und wenn man gerade erst hier angekommen ist natürlich die perfekte Gelegenheit, um mal rauszugehen und die Stadt samt ihrer liebenswürdigen Kultur zu erforschen. Wenn das ganze jedoch zu anstrengend wird, muss man sich halt auch einfach mal mit Freunden in das offene Café im Park Campo Grande oder an die Strandbar Playa am Fluss setzen, eine Karaffe hausgemachten Sangria bestellen und die Seele baumeln lassen. Ärgern kann man sich in der Uni, auf der Arbeit oder in der Schule schließlich immer noch.

XOXO

Sarah

2016-09-11-15-17-13

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