Der erste Jahrestag

Ihr Lieben,
wie ihr seht sind meine Vorsätze für dieses Jahr etwas im Sande verlaufen, aber wann klappt so etwas schon. Heute ist jedoch ein großer Tag für mich: meine Bandscheiben-OP ist jetzt EIN JAHR her. Schon! Whoop whoop! Inzwischen kann ich auch viel besser drüber reben, weil ich mehr Abstand von allem habe.

Ich werde nicht lügen: es war hart. Den Rücken aufgeschnitten, ein Stück Wirbelsäule rausgesägt und dann den Glibberteil der L5/S1 Bandscheibe entfernt zu bekommen ist jetzt kein Spaziergang am See. Es ist schwierig die Erinnerung nicht von der Zeit weichspülen zu lassen. Aber wenn ich ehrlich berichten soll, bin ich mit der Entscheidung zur OP besser dran als ich es vorher war. Und schon das alleine ist eine große psychologische Verbesserung.

The first shout out to friends and family post-surgery

Also wie geht die Heilung voran? Es ist ganz okay. Nicht gut, aber okay. Ich glaube, dass ich inzwischen schon viel weiter sein könnte, wenn da nicht der riesige Rückschlag mit meiner Knieverletzung gewesen wäre. Nach der OP sagte mir jeder, dass ich meinen Rücken ent- und meine Knie belasten solle. Wir haben vorher sogar in der Physiotherapie Nach-der-Op-Heben geübt (da hatte ich mal eine lichte Idee, um ehrlich zu sein). Aber meinem linken Meniskus war nicht danach und er zeigte mir im Oktober kräftig den Mittelfinger. Langfristig ist es vermutlich egal, aber es war echt deprimierend mich so kurz nach der OP wieder zu verletzen. Manchmal hab ich immer noch ein Unwohlsein im Knie, aber die meisten Sachen kann ich mit einer Faszienrolle selbst behandeln.

Quite the intimate photo ;)

Das komische an Bandscheibenvorfällen ist, dass die Bandscheibe selbst gar nicht weh tut. Bei mir waren es ein brennender Nervenschmerz hinten im rechten Oberschenkel, sobald ich mich bewegte, sowie taube Stellen. Irgendwann konnte ich mich rechts nicht einmal mehr auf die Zehenspitzen stellen, ich hab mich abgemüht wie verrückt, aber es passierte einfach nichts – oder zumindest nicht viel. Die endgültige Entscheidung traf ich dann aber aus psychischen Gründen. Jeden Tag musste ich beim rausgehen kontrollieren, dass ich unbedingt meine MRT Bilder bei hatte, falls die Bandscheibe doch noch etwas rutscht und ich plötzlich inkontinent werde und eine Not-OP brauche. Wenn der erste Gedanke am Tag ist, ob man sich einpinkelt usw, ist das… wenig begeisternd. Ich hatte schon bessere Zeiten. Nichtsdestotrotz. Der entzündete Nerv in meinem Bein ist vom Ansatz am Rücken bis zur Mitte des Oberschenkels abgeklungen, weshalb ich das Bein vermutlich in 1-1,5 Jahren wieder voll belasten kann. Bisher hab ich immernoch taube Stellen und beim Sport gibt das Bein manchmal nach. Man muss also auch noch versuchen nicht alles mit der gesunden Seite auszugleichen und diese zu überlasten oder eine Schonhaltung zu entwickeln. Es ist ein ganz schönes hin und her.

Aufgrund der aktuellen Situation (das böse C-Wort) trete ich gerade etwas auf der Stelle. Aber ich kann zu Hause ein wenig Sport machen und erledige alles zu Fuß oder per Fahrrad. Ich habe sogar meine erste Wanderung von 19,5 Kilometern geschafft! Also yayyy! Langsam, aber sicher. Ich bin mir meines Rückens immer noch sehr bewusst und manchmal hab ich schlechte Tage. Natürlich habe ich die. Aber es ist ein steiniger Weg bergauf.

Bleibt gesund!

XOXO

Sarah

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